Autarkie

Vielfalt in der Permakultur

Aufbauend auf meinen Permakultur-Beitrag möchte ich hier nun auf den Aspekt der Vielfalt in der Permakultur eingehen.

Flora

Eine Vielfalt an Pflanzen verschafft die Möglichkeit die von der Natur gegebenen Symbiose zwischen den verschiedenen Arten zu nutzen. Viele Arten produzieren die verschiedensten Stoffe die andere Arten wiederum aufnehmen können um sie für ihr eigenes Wachstum zu nutzen. Eine der wichtigsten Symbiosen gehen dabei die Leguminosen ein. Dabei handelt es sich um Pflanzen die auf den nährstoffärmsten Böden angepflanzt werden können. Diese reichern den Boden dann mit ausreichend Stickstoff und Mikroorganismen an um auf ihm andere Arten anpflanzen zu können, die jede für sich wieder andere Stoffe ins System bringt.

Leguminosen

Diese Leguminosen kommen in den verschiedensten Größenordnungen vor. Vom bodenbedeckenden Klee, über die buschartige Riesenerbse, bis hin zum Inga Baum, den man jedes Jahr beschneiden kann um nützlichen Gründünger in Form seines Blattwerks zu ernten. Als angenehmer Nebeneffekt gibt der Baum nachdem er beschnitten wurde auch noch Wurzelmasse frei die dem Boden einen zusätzlichen Schub an Mikroorganismen und Nährstoffen bringt. Süß schmeckende Früchte die dankend von Mensch, Vogel und Insekt angenommen werden gibt es als Dreingabe obendrauf.

Stellen wir uns vor wir kaufen ein Grundstück auf dem ein großer Haufen Bauschutt liegt. Man kann den Bauschutt jetzt kostenpflichtig entsorgen, oder einfach um den Haufen herum Brenneseln wachsen lassen die den Bauschutt in einigen Jahren bis Jahrzehnten (je nach Menge und Art des Schutts) zersetzen. Man kann auch den Haufen auf kleinere Flächen verteilen und so in der Zwischenzeit einen Lebensraum für Insekten zur Verfügung zu stellen. Später bringt man Leguminosen hinzu um den Boden mit Stickstoff anzureichern und bereits nach einigen Jahren kann man an dieser Stelle wieder alles anpflanzen was das Herz begehrt. Ich ziehe die zwar zeitintensivere, aber kostenlose Möglichkeit vor 🙂

Durch die gleichmäßige Verteilung von möglichst vielen Pflanzenarten die sich gegenseitig ergänzen ist zugleich auch eine geringere Anfälligkeit für den Befall von Schädlingen gegeben. Daher ist die Feldwirtschaft die wir meinen betreiben zu müssen um vermeintlich den maximalen Ertrag auf dem Boden zu erwirtschaften genau der falsche Weg. Ein gesundes Verhältnis zwischen Wald, Gewässern, Wiesen und kleinen Feldern, die alle für sich Lebensraum für die verschiedensten Arten bietet, stellt die Ideale Umgebung dar. Sowohl um den maximalen Ertrag auf dem verfügbaren Boden zu erwirtschaften, als auch für die Nutzung des Geländes durch den Menschen der dort arbeitet und im Idealfall auch lebt. Warum nicht ein Baumhaus an dem die Gurken direkt am Treppengeländer wachsen?

Fauna

Viele Pflanzenarten ziehen verständlicherweise auch eine Vielzahl von Lebewesen an. Vom Regenwurm bis zum Greifvogel stellt jede Art für sich eine nützliche Ergänzung zum Ökosystem dar. Auch die so gefürchtete Weinbergschnecke stellt keine Gefahr dar, sofern genügend Tigerschnecken und Lebensräume für diese beiden Arten zur Verfügung stehen. Eine Vielzahl an Vögeln und Nagetieren tut ihr Übriges. Alle diese Lebewesen benötigen nur einen für sich geeigneten Lebensraum. Und was spricht dagegen, bei einem deutlich gesteigerten Ertrag auch einen genügend großen Platz für die anderen Lebensformen auf unserem Planeten zur Verfügung zu stellen.

Warum haben alle Bauern panische Angst vor Hasen? Zäunen wir das kleine Stück mit den Wurzeln die wir für uns anbauen doch ein und pflanzen in dem wenige Meter entfernten Waldstück doch einfach auch ein paar Wurzeln für die Hasen ein. Dann steht auch dem Feiertagsbraten nichts im Weg. Kann man die Hühner und Gänse nicht einfach frei herumlaufen lassen und ihnen einen natürlichen Lebensraum bieten? Nichts spricht dagegen sie von den Anbauflächen fern zu halten, sofern man auf der restlichen Fläche genügend Futter und Schutzräume für die Tiere anbietet. Ein Greifvogel hat auch keine gute Chance ein Huhn in einem dicht bewachsenen Wald zu erbeuten. Und wenn er es doch schafft, hat er es sich auch verdient verdammte Axt nochmal!

Wie so oft an dieser Stelle bleibt mir mal wieder nur eines zu sagen.
Die Zukunft wird kommen… machen wir´s besser!

Eigentlich Südamerika im Blick, gehört er zu den Menschen die schon lange entschlossen sind das “gute Leben” durch Naturverbundenheit und Selbstbestimmung nicht länger vor sich her zuschieben. Ein Mann der Tat also, der zu den Pionieren des Projekts gehört und sich nicht nur sehr gut mit Permakultur auskennt.

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