Autarkie

Minimalismus: Autarke Energieversorgung

solar

Ein „Autarkes Leben“ hat viele Gesichter.
In der Regel geht es damit einher, sich selber zu hinterfragen, was man eigentlich wirklich benötigt und welche der modernen Stromfresser überhaupt die eigene Lebensqualität fördert.
Die Antwort auf diese Fragen ist individuell unterschiedlich und manch einer möchte nicht auf eine sehr leistungsstarke Solaranlage mit entsprechend großer Batterie verzichten.
Bei der Planung der autarken Energieversorgung macht es aber zunächst Sinn,
den eigenen Bedarf zu ermitteln und gegebenenfalls anzupassen.

Stromsparen durch Anpassung

Die Umstellung von einem stationären Desktop PC hin zu einem Notebook – wobei es sich um einen Laptop mit relativ viel Leistung handelt und zwei Netbooks die im Grunde kleine, leistungsschwächere Laptops sind – hat meinen Stromverbrauch bereits von 1.700 kWh auf 1.200 kWh im Jahr verringert.
Das Notebook nutze ich dabei nur noch aus Bequemlichkeit.
Sobald ich mein Haus verkauft habe (um ins Ökodorf zu ziehen), werde ich wohl auch auf diesen Luxus verzichten und meine digitalen Bedürfnisse nur noch mit Hilfe der zwei Netbooks abdecken.
Ob ich einen 50 Zoll Fernseher in 5 Meter Entfernung oder ein 10 Zoll Display in einem Meter Entfernung aufstelle, ist gehupft wie gesprungen.
Natürlich müssen auch die Netbooks mit Strom versorgt werden. Dazu dienen mir faltbare USB-Solarmodule mit einer Leistung von 5 bis 52 Watt bei 5 Volt.
Im Sommer ist es problemlos möglich ein Netbook in wenigen Stunden zu laden und dadurch tagsüber den Netzbetrieb zu gewährleisten.
Bei bewölktem Himmel oder bei tiefstehender Sonne im Winter kann dies allerdings wegen der stark schwankenden Spannung der Solarmodule schädlich für die Akkus der Netbooks sein.
Generell gilt:
Es ist besser, Powerbanks als Zwischenspeicher zu nutzen und mit diesen dann die Netbooks zu laden bzw. zu betreiben.
Bei einer Powerbank handelt es sich um einen Energiespeicher, der eine kontinuierliche gleichbleibende Stromversorgung sicherstellt.

netbook

 

Alternative Lichtquellen

Licht ist gerade in der kalten Jahreszeit unabdingbar. Kerzen – oder im Idealfall eine Teelichtheizung die gleichzeitig Licht und Wärme liefert – sind ein Weg die Versorgung mit Licht sicherzustellen.
Elektrisches Licht ist aber allein schon aus gesundheitlichen Gründen der Verbrennung von Ölprodukten in geschlossenen Räumen vorzuziehen.

Ich persönlich brauche nicht viel Licht: Mir reichen einige Schwanenhalslampen, Taschenlampen, Lichterketten und selbstgebaute Deko-Objekte mit Farbwechsel-LEDs bereits vollkommen aus. Diese betreibe ich ich per Akku oder Powerbank.
Natürlich ist es bequemer einfach auf einen Knopf zu drücken und den Strom vom Netz zu beziehen.
Für mich ist dies jedoch nicht nötig.

 

12 Volt Geräte

Alle Geräte des täglichen Bedarfs lassen sich natürlich nicht mit 5 Volt betreiben. Für kleinere 12 Volt Geräte gibt es sogenannte „Step Up Converter“ (Aufwärtswandler) die die 5 Volt einer Powerbank in 12 Volt umwandeln können.
Auch eine Batteriehalterung für 10 NiMH Akkus die jeweils 1,2 Volt liefern, reicht für den Betrieb eines 12 Volt Gerätes aus. Der Betrieb meines Dremels ist damit beispielsweise schon gewährleistet.
Es gibt zudem Ladegeräte die per USB an USB-Solarmodule angeschlossen und damit zum Laden von NiMH und LiIon Akkus genutzt werden können.

 

Alternative Haushaltsgeräte (220 Volt)

Bei 220 Volt Geräten sieht die Sache natürlich anders aus. Ich überlege schon länger mir eine 400 Wh Powerstation mit Wechselrichter für 220 Volt Geräte bis 300 Watt anzuschaffen.
Für den Betrieb meiner Waschmaschine reicht eine solche Powerbank allerdings nicht aus. Hierfür benötigt man dann schon eine stationäre Photovoltaik-Anlage, über die ich in einem nachfolgenden Beitrag auch noch berichten werde.
Aber sehen wir uns das Thema Waschmaschine doch erst einmal genauer an.
Was muss eine Waschmaschine können? Wäsche waschen. Ja klar.
Aber benötigt die Maschine dafür wirklich Strom?
Nein!
Sie benötigt warmes Wasser und Bewegungsenergie.

Ich habe ein altes, schrottreifes E-Bike, welches sich wunderbar auf mehrere Arten verwerten lässt:
Der Motor mit einer Leistung von 250 Watt ist ein hervorragender 12 Volt Generator , der mit Wind-, Wasser- oder Muskelkraft betrieben werden kann. Mit etwas handwerklichem Geschick und einer kontinuierlichen Bewegung (zum Beispiel durch einen Fluss) kann man so eine permanente Versorgung mit 12 Volt zum Laden von Akkus, zum Betreiben eines Campingkühlschranks oder einer 12 Volt Waschmaschine sicherstellen.
An einem alten Fahrrad kann zudem auch eine Übersetzung angebracht werden, die die Bewegungsenergie auf die Trommel der Waschmaschine überträgt.
Dadurch lässt sich die Waschmaschine dann mit Muskelkraft antreiben.
Und siehe da! Schon wird der Elektro-Motor in der Waschmaschine nicht mehr gebraucht. Der Elektro-Motor kann nun wiederum zu einem weiteren Strom-Generator umgebaut* werden.

* Die meisten Elektromotoren können auf Grund ihrer Bauweise auch als Generatoren genutzt werden. Statt den Motor durch die Zufuhr von Strom in Bewegung zu versetzen, versetzt man den Motor selber in Bewegung und greift den entstehenden Strom ab

 

Warmwasser

Nun benötigen wir nur noch warmes Wasser. Wasser kann man zum Beispiel auf der eigenen Kochstelle erwärmen. Im Idealfall dient dazu eine „Küchenhexe“. Bei einer „Küchenhexe“ handelt es sich um die klassischen Holzöfen, die bis zum Ende des vergangenen Jahrhunderts in den meisten Haushalten vorzufinden waren. Diese Holzöfen wurden zum Heizen, Kochen, Backen und vieles mehr genutzt und verfügten sogar über eine Wasserführung. Immer wenn der Ofen in Betrieb war, stand dadurch ebenfalls Warmwasser zur Verfügung. Diese Öfen sind übrigens wieder stark im Kommen.

 

Kosten einer (minimalistischen) autarken Energieversorgung

Zu den Preisen möchte ich noch einige kleine Denkanstöße mit auf den Weg geben. Meine Netbooks haben zwischen 150 und 180 Euro gekostet. Es sind keine Gaming PCs, aber für den täglichen Bedarf an Videos, Chat, Surfen und Artikel schreiben, reichen sie vollkommen aus.
Die Powerbanks habe ich größtenteils aus China in Einzelteilen bestellt und selbst zusammengebaut.

Als Beispiel möchte ich hier die 3,7V LiIon Akkus (Typ 18650) mit „12.000 mAh“ anführen. Diese habe ich zu einem Preis von 1,20 Euro je Stück erstanden. Wer ernsthaft glaubt, dass man tatsächlich Akkus mit 12.000 mAh zu diesem Preis bekommt, ist anscheinend als Kind zu oft in die zu heiße Wanne geworfen worden.
Wer sich in der Materie auskennt weiß, dass diese Akkutypen in der Regel unter 4.000 mAh aufnehmen und noch viel weniger hinterher wieder abgeben. Als Vergleich dienen mir 2.600 mAh Sony Akkus die ich für etwa 6 Euro das Stück erstanden habe. Die Leistung ist in etwa vergleichbar. Der Preisunterschied ist allerdings enorm.

Ich habe auch 6.000 mAh Akkus für 0,63 Euro erstanden. Diese dürften bei einer Abgabe von etwa 500 bis 800 mAh bei 5 Volt mit etwa 1.500 mAh angegeben werden. Aber bei dem Preis, kann man auch da nicht meckern, wobei auch von 32 Akkus nur ein Totalausfall auftrat. Dieser defekte Akku wurde sogar anstandslos erstattet.

Auch bei den Solarmodulen haben die günstigeren Module aus China nicht immer gleich die schlechteste Qualität. Ich habe mir insgesamt 16 verschiedene Module besorgt und bin auch von den günstigeren Varianten begeistert.
Im Winter benötige ich etwa sechs Module mit 15 bis 28 Watt, um meinen Bedarf zu decken.
Im Sommer reichen auch drei Module mit 15 Watt aus. Mit etwa 50 verschieden dimensionierten Powerbanks kann ich auch eine Woche dunklen Himmel bequem überbrücken.
Die Gesamtkosten für Module und Akkus schätze ich auf etwa 1.000 Euro.

Mein persönliches Fazit: Nicht alles was viel kostet ist auch zwangsläufig viel besser.

Selbstverständlich ist meine Verwendung von Solarmodulen aus China nicht 100% autark.
Irgendwann werden diese aber durch eine wirklich autarke Möglichkeit der Energieversorgung ersetzt.
Ich persönlich schließe die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage auf meinem zukünftigen Dach nicht aus.
Auch denke ich über über einen Biomeiler in Kombination mit Wind- und Wasserkraft zur Strom- und Wärmeversorgung nach. Letztendlich spielen für eine Entscheidung allerdings die örtlichen Gegebenheiten eine entscheidende Rolle.

Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen:
Die hier beschriebene Art der Energieversorgung ist lediglich meine persönliche Sichtweise. Viele werden sich damit nicht anfreunden können.
In weiteren Beiträgen werde ich noch andere Methoden der Energieversorgung vorstellen und auch weitere Erfahrungsberichte von anderen Dorfbewohnern einfließen lassen.

Eigentlich Südamerika im Blick, gehört er zu den Menschen die schon lange entschlossen sind das “gute Leben” durch Naturverbundenheit und Selbstbestimmung nicht länger vor sich her zuschieben. Ein Mann der Tat also, der zu den Pionieren des Projekts gehört und sich nicht nur sehr gut mit Permakultur auskennt.

Ein Gedanke zu „Minimalismus: Autarke Energieversorgung

  1. … mein Stromverbrauch liegt bei 24.-€ / Monat, das sind etwa 800Kwh / Jahr,
    wobei mein Laptop den ganzen Tag läuft und der TV ab und zu …
    … in die Waschmaschine fülle ich mit der Gießkanne immer heißes Wasser
    aus der Leitung …
    … dieser ganze Ökoquatsch rechnet sich einfach nicht …
    … was wir brauchen sind die bereits vorhandene, aber unterdrückte Technik der
    freie Energie Generatoren … danach sollte Mann forschen …
    das bringt dann auch den wirklichen Zulauf zu dem Projekt …
    … eine Küchenhexe dient dann nur noch der guten Stimmung … nicht zur Energiegewinnung …
    … meine Meinung …

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